Herausforderung Region Regionen im Dialog

Kirchturmdenken verschenkt Wachstumschancen

Zwischen 1997 bis 2000 wurde unter dem Wettbewerbstitel „Regionen der Zukunft“ ein multidisziplinäres Projekt als Teil des globalen Aktionsplans Agenda 21 für eine nachhaltige Entwicklung durchgeführt. Erklärtes Ziel des Wettbewerbes war die Förderung regionaler Initiativen aus der Agenda-21 in Deutschland. Langfristig weiterbearbeitet wurde dieses Ziel durch das Netzwerk „Regionen der Zukunft (FutuRegio)“.

Dieses Netzwerk wird vom Wunsch beherrscht, Erfahrungen aus dem Wettbewerbs „Regionen der Zukunft“ weiter auszubauen. Regionale Projekte und interkommunale Strategien sollen verfeinert werden und durch zusätzliche Initiativen, etwa zur Förderung des Fernstudiums, ergänzt werden. Einzelne Arbeitspakete auf Gemeindeebene und staatlicherseites sollen in der Zusammenschau von praktischer Erfahrung, Forschung und PolitikKommunale und staatliche Ansätze synchronisiert werden.

Aus dem Zusammenschluss von FutuRegio und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Regionalinitiativen entstand 2006 das Netzwerk „Regionen im Dialog“.

Thesen

Ziel ist es, im Rahmen einer informellen Zusammenarbeit die inhaltlichen Schwerpunktsetzungen und verschiedenen Organisationsformen anderer Regionalinitiativen - nicht zuletzt als Gradmesser für eigene Aktivitäten - kennenzulernen, deren Bekanntheitsgrad und somit Bedeutung zu erhöhen sowie deren langfristigen Erfolgschancen zu sichern bzw. auszubauen. Außerdem geht es darum, die Interessen regionaler Initiativen zu bündeln und gegenüber der Politik, Wirtschaft usw. angemessen zu vertreten. Nicht zuletzt versteht sie sich als eine Einrichtung, die auch mit ausländischen Regionalinitiativen - vorrangig auf europäischer Ebene - kooperiert.

Insgesamt wird angestrebt, auf differenzierte und kostenintensive Organisationsstrukturen zu verzichten, so dass sich eine alternierende Koordination - zeitlich befristetes Management durch jeweils eine Regionalinitiative - anbietet. In der Anlaufphase erklärt sich die Initiative Südwestsachsen e. V. bereit, entsprechende Koordinierungsaufgaben zu übernehmen.

Im Einzelnen wird die Realisierung folgender Maßnahmen angestrebt:

Organisation und Durchführung jährlicher Erfahrungsaustausche

Jährlich stattfindende Erfahrungsaustausche sollen einen Überblick über die Inhalte und Organisation bundesdeutscher Regionalinitiativen geben. Sie dienen dem Kennenlernen relevanter Aktivitäten anderer regionaler Einrichtungen, ermöglichen jedoch gleichermaßen eine fundierte Einschätzung der eigenen Arbeit auf der Basis eines unmittelbaren Vergleichs (Benchmarking).

Zusammenarbeit mit anderen Netzwerken

Eine stärkere Zusammenarbeit mit anderen Netzwerken erfolgt zu speziellen Themen bzw. im Falle des Klärungsbedarfs spezifischer Fragen. Dies geschieht einerseits spontan anhand konkreter Problemstellungen; andererseits bilateral oder mit denjenigen Regionalinitiativen, die sich diesbezüglich in einer ähnlichen Situation befinden. Erleichtert wird die Zusammenarbeit dadurch, dass die Beteiligten grundsätzlich bereit sind, miteinander zu kooperieren.

Einrichtung einer Internet-Plattform zur gegenseitigen Information

Um eine aktive Kommunikation untereinander zu ermöglichen bzw. zu erleichtern, wird die Programmierung und der Betrieb einer Internet-Plattform vorgesehen. Dort sollen sowohl regelmäßige Informationen als auch solche zu bestimmten Themen, Veranstaltungen usw. allen Partnern zugänglich gemacht werden.

Erfassung aller bestehenden Regionalinitiativen

Als Selbstverständlichkeit erscheint, eine systematische Erfassung aller in der Bundesrepublik Deutschland bestehenden Regionalinitiativen unter Einbeziehung detaillierter Angaben in einer Datenbank anzustreben. Da bislang keine Koordinierungsstelle existiert, ist nicht auszuschließen, dass einige Regionalinitiativen noch nicht bekannt sind. Wichtig erscheint allerdings, diese Adressendatei laufend zu aktualisieren. Dabei sollten vorrangig diejenigen Regionalinitiativen erfasst werden, die aufgrund ihrer Zielsetzungen und Aufgabenstellungen als solche zu bezeichnen sind.

Organisation und Durchführung fachspezifischer Workshops

Ein weiteres Anliegen sind die Organisation und Durchführung fachspezifischer Workshops zur Generierung zusätzlicher Ideen für das Marketing der Teilnehmer. Diese sollten besonders aktuelle oder relevante Themen aufgreifen und bei der Mehrzahl der Kooperationspartner Interesse finden. Sie werden von derjenigen Initiative organisiert, die den thematischen Vorschlag einbringt und in der Regel zugleich die Organisation des Workshops übernimmt.

Publizierung herausragender Beispiele des Regionalmarketings

Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollten ebenso publiziert werden wie herausragende Beispiele des Regionalmarketings (Best-practice-Projekte). Letzteres zieht wiederum einen Lerneffekt in den jeweiligen Regionen nach sich. Außerdem steigert eine regelmäßige Berichterstattung den Bekanntheitsgrad regionaler Initiativen und ihrer Aktivitäten, was nicht zuletzt eine günstige Werbemöglichkeit darstellt.